UBL-Stammtischrunde am 11. Mai 2001 im "Waldhorn"

Zum kommunalpolitischen Stammtisch hatte die Wählervereinigung Unabhängige Bürger Lauterbach (UBL) eingeladen, und obwohl der Besuch nur mäßig war, gab es eine rege Aussprache zu einer Reihe von Themen.
Gemeinderat Hans Hekler nannte einige Schwerpunkte der Kommunalpolitik seit der letzten Gemeinderatswahl. So habe man durch die Einführung der "Verlässlichen Grundschule", die ohne finanzielle Belastung für die Gemeinde gut funktioniert, einer Reihe von Eltern eine Betreuung für Schulkinder vor und nach der Unterrichtszeit ermöglicht. Dank der "Verlängerung" der Zuschüsse durch das Land kann man im Friedhof weitere umfassende Sanierungsmaßnahmen durchführen.
Auch die Verbesserung der Gemeindestraßen wird mit erheblichen Fördermittel derzeit in Angriff genommen. Bei der Kanalsanierung kann man in diesem Jahr keine Zuschussmittel erwarten, sodass man die geplanten Maßnahmen zunächst einmal verschieben musste.
Gemeinderat Siegfried King berichtete über den Stand der Sanierung des Sportplatzes, wo man sich mit dem Fußballverein "Kickers 09" geeinigt habe, dass dieser den Neubau eines Kunstrasenplatzes durchführt, wobei sich der Verein mit DM 100.000.- beteiligt. Rund DM 400.000.- finanziert die Gemeinde, und man rechnet mit einem Zuschuss des Landessportbundes von DM 135.000.-. King betonte, dass mit dem Kunstrasenplatz gewährleistet sei, dass auch die Dorfjugend den Platz weiterhin benutzen kann. Für die Gemeinde bringt die Sanierung nach einem Untersuchungsbericht des TÜV weitere Kosten von rund DM 60.000.- für die Verkehrssicherheit am Sportplatz, so müsste vor allem das Geländer entlang der Straße erneuert werden.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates bezeichneten die UBL-Räte als gut. Mit der neuen Einrichtung der "Klausurtagung" sein man auf dem richtigen Weg, man könne ohne den Zwang zur sofortigen Beschlussfassung Grundsatzfragen zur Gemeindeentwicklung erörtern.
Einen breiten Raum in der Diskussion nahm der Fremdenverkehr ein. Mit Michael Holdried, dem neugewählten Vorsitzenden des Fremdenverkehrsvereins, und seinem Stellvertreter Hans Jauch, hatte die UBL schon in einer internen Ausschusssitzung ausführlich diskutiert, mit dem gleichen Thema beschäftigt sich der Gemeinderat in seiner dritten Klausurtagung. Ob man den sinkenden Übernachtungszahlen- die "magische" Zahl von 50.000, die für den Landeszuschuss maßgeblich ist, ist seit 1999 unterschritten. Hier meinte Gertrud Jauch, Mitglied im Tourismus-Beirat der Gastlichen, es könne an der Tatsache liegen, dass "nicht-touristische" Übernachtungen - etwa von länger in der Gemeinde verweilenden Arbeitern - deshalb nicht gemeldet würden, weil für solche Übernachtungen ungerechtfertigt die Kurtaxe und das Bettengeld zu bezahlen seien. Überhaupt sei das Gebührengefüge im Fremdenverkehr innerhalb der Raumschaft sehr unterschiedlich, und Lauterbach sei zweifellos der Spitzenreiter. Die UBL-Gemeinderäte versprachen, sich über eventuelle Ungerechtigkeiten zu informieren.
Gemeinderat Helmut Porer stellte die Frage nach der Rolle des Fremdenverkehrsvereins früher und heute. Er würde es begrüßen, wenn der Tourismus ausschließlich von den privaten Anbietern betrieben würde und sich die Gemeinde möglichst heraushalten könne. Die FVV-Vertreter bezweifelten, ob die "wenigen aktiven Mitglieder" des Vereins dies leisten könnten. Vor allem sei auch für die Bereiche "Marketing" und "Werbung" die Zusammenarbeit mit den Gastlichen und die professionelle Arbeit einer Fachkraft vor Ort unerlässlich. Die Gemeinderäte Stefan Weinmann und Siegfried King waren der Meinung, dass man die Kooperation in der Raumschaft eher noch ausweiten müsse. "Warum nicht eine gemeinsame Vermarktung der Region mittlerer Schwarzwald?"
Im Zusammenhang mit dem Thema "Ortsbild" wurde die "überholte" Informationstafel beim Tannenhof angesprochen. Hans Hekler stellte fest, dass für die Erneuerung des gesamten Buswartehäuschens DM 20.000.- im Haushalt 2001 eingestellt sind.


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